Artikel

Wie man Warnhinweise in einem Lebenslauf erkennt

Der Zweck eines Lebenslaufs ist die Vermarktung eines Bewerbers, indem seine Fähigkeiten und Leistungen im bestmöglichen Licht dargestellt werden. In schwierigen oder unbeweglichen Arbeitsmarktsituationen besteht allerdings mehr denn je die Versuchung, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, um die Stelle zu bekommen. Auf diese Weise bekommt es das Unternehmen u.U. mit Mitarbeitern zu tun, die die Aufgabe, für die sie eingestellt wurden, nicht erfüllen können, oder gar mit Mitarbeitern, deren Fehler Geld kosten und mühsam gewonnene Kundenbeziehungen untergraben.

Das Identifizieren von Warnhinweisen versetzt Sie in die Lage, Bewerber mit einer Fülle von Erfahrungen und Fachkenntnissen zu ermitteln. Hier sind einige Hinweise:

  • Bevor Sie den Stapel von Lebensläufen sichten, sollten Sie sich eine Liste mit Muss-Anforderungen hinsichtlich Fertigkeiten, Qualifikationen oder Eigenschaften zurechtlegen, die der Maßstab für die Auswahl der richtigen Person sein sollen. Dazu gehören Ausbildung, allgemeine und spezielle Arbeitserfahrung sowie Fähigkeits- und Leistungsanforderungen.
  • Suchen Sie nach ungeklärten Zeiträumen, die auf Arbeitslosigkeit hindeuten können oder auf eine Arbeitsstelle, die der Bewerber nicht nennen möchte. Das Strecken von Daten zum Kaschieren von Lücken ist nicht ungewöhnlich. Überprüfen Sie die Zeugnisse, um dies herauszufinden.
  • Obwohl die Mobilität der Arbeitnehmer zugenommen hat, zeugt in der Regel mehr Zeit an einem Ort von Loyalität. Sie wollen ja nicht in sechs Monaten schon wieder jemand Neuen einstellen müssen. Allerdings nehmen manchmal selbst die besten Arbeitnehmer aufgrund unvorhersehbarer, persönlicher oder unkontrollierbarer Umstände eine bestimmte Funktion nur eine kurze Zeit wahr.
  • Achten Sie auf Lebensläufe, die voll vager Verantwortlichkeiten und Behauptungen stecken. Das Aufwerten von Berufsbezeichnungen ist eine gängige Praxis. Prüfen Sie den Lebenslauf auf Widersprüche zwischen Berufsbezeichnung, Verantwortlichkeiten und Gehalt. Suchen Sie nach sehr speziellen Details in Bezug auf Leistungen und Ergebnisse.
  • Lassen Sie sich indes nicht von einem leistungsbasierten Lebenslaufstil "blenden". Hinterfragen Sie diesen, um tatsächliche Funktionen und Verantwortlichkeiten zu berücksichtigen. Markieren Sie Leistungen und verlangen Sie, dass der Bewerber diese im Vorstellungsgespräch näher erläutert.
  • Das Gehalt ist ein üblicher Bereich für Beschönigungen. Diese lassen sich nur schwer feststellen, besonders dann, wenn dies nicht mit dem gegenwärtigen Arbeitgeber geklärt werden kann. Verlangen Sie Belege, wie z.B. einen Vertrag, eine Lohnabrechnung oder einen Kontoauszug. Wenn Sie misstrauisch sind, versuchen Sie im Vorstellungsgespräch Halbwahrheiten aufzudecken, indem Sie nachhaken.
  • Überprüfen Sie die Referenzen bzw. Arbeitszeugnisse. Immer! Markieren Sie spezielle Punkte, die mit den Referenzgebern geklärt werden müssen.

Auf dem heutigen Markt können Arbeitnehmer hoch mobil sein, sowohl im Inland als auch international. Das Internet lädt noch mehr dazu ein, im Lebenslauf zu lügen. Es gibt keinen Ersatz für eine sorgfältige Überprüfung jedes kritischen Aspektes in einem Lebenslauf.